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Sehenswertes im Ortsteil Zuchau

Ortschaft Zuchau

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Auf den ersten Blick wirkt die Zuchauer Kirche St. Laurentius wie viele andere Kirchen der Region: Typischer rechteckiger Westturm ("Sachsenturm"), hübscher alter Kirchhof mit Barock-Grabsteinen. Sicher ist es bemerkenswert, dass hier eine Glocke aus den Jahren um 1350 mit ihrem unverkennbaren Klang noch immer läutet, das einer der ältesten Taufsteine des Landkreises (klobiger Sandsteinblock aus romanischer Zeit) erhalten blieb und dass sich über dem Eingang des Gotteshauses ein einzigartiges Bogenrelief (Tympanon) aus dem 12. Jahrhundert befindet, dessen Deutung auch der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgibt (Sonnenrad und Zauberknoten umrahmen zwei kämpfende Tiergestalten).
Sicher staunt man über das im Original vorhandene Chorgestühl aus dem Jahr 1739 und die Kirchenbänke aus demselben Jahr, auf denen die Namen der ehemaligen Inhaber der Sitze zu lesen sind. Im Gotteshaus befindet sich die einzige Gedenktafel weit und breit für Gefallenen des 2. Weltkrieges, aus der der Name eines Gefallenen heraus gemeißelt werden musste, weil sich herausstellte, dass er noch lebt. Es war eine gute (wenn auch umstrittene) Entscheidung der Kirchengemeinde, den ehrenamtlich entstandenen "Einbau" aus DDR-Zeiten zu belassen; heute zeugt er in seltener Weise von der Fähigkeit zur Selbsthilfe in einer gerade für Kirchengänger nicht leichten Zeit. Und eben dies ist neben allen genannten Sehenswürdigkeiten wesentlich für die vorliegende Bewerbung: die Tatsache, dass es gelang, eine Dorf-Gemeinschaft um den jahrhundertealten Bezugspunkt Kirche zu bewahren und zu stärken.
Das Zuchauer Gotteshaus symbolisiert daher heute in verschiedener Hinsicht die Verbindung von Heimatbezogenheit und Offenheit für Neues. Vor der Tür befindet sich z.B. eine Parkbank aus Armenien (die bisher einzige im Partnerland Sachsen-Anhalt). Nicht die Performance eines Künstlers steht dahinter, sondern das Streben engagierter Einwohner. Die Bank ist Ausdruck einer Dorfpartnerschaft mit dem armenischen Getap (es handelt sich um die einzige deutsch-armenische Dorfpartnerschaft Sachsen-Anhalts, was in Zuchau u.a. zu Veranstaltungen auf Bundesebene führte und führt).
Zudem erinnert das Metall-Holz-Objekt an einen mittelalterlichen "Weltreisenden" aus dem Hause der Grafen von Barby, denen Zuchau einst gehörte. Der Mönch Burchard von Barby bereiste das damalige Armenien um 1280 und hinterließ eine ausführliche Beschreibung, die zeitlos spannend ist. Auch an ihn und seine (inter-) kulturelle Leistung wird in Zuchau erinnert.
Angesichts dieser alten (neu entdeckten) Verbindungen entsteht nun ein armenischer Lehmbackofen im nächsten Umfeld der Kirche, für deren Erstrahlen im besten Wortsinn engagierte Zuchauer vor wenigen Monaten eigenständig gesorgt haben. Eine weitere Initiative hat es ermöglicht, dass die Kirchentüren jedem Besucher von einer Ehrenamtlichen jederzeit aufgeschlossen werden, d.h. nicht allein dann, wenn Gottesdienst ist oder eine der zahlreichen Veranstaltungen stattfindet, die sich über das gesamte Jahr verteilen (Chorsingen, Theater, Vorträge etc.). Vor der Kirche befinden sich übrigens Strauch-Pfingstrosen (Päonien), die in Zuchau gezüchtet wurden und daher der Name wie "Zuchau-Abendglut" und "Zuchau-Schneegestöber" tragen. Auch diese dürfte landkreisweit einmalig sein.

gez. PD Dr. phil. habil. Jörn Weinert (Ortsbürgermeister)

 

 


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