Bürgeranliegen

Bezeichnung:
Darlehen oder Bedarfszuschuss für die Ausbildung beantragen
Beschreibung:

Allgemeine Informationen

Während einer betrieblichen Ausbildung oder berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme können Sie einen ergänzenden Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben. Vorrangig sind aber Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld in Anspruch zu nehmen. Gleiches gilt, wenn Sie Schülerin oder Schüler in einer schulischen Ausbildung sind, die Leistungen nach dem BAföG erhalten. Auch wenn Sie während Ihres Studiums BAföG erhalten und im Haushalt ihrer Eltern wohnen, können Sie ergänzendes Arbeitslosengeld II erhalten. Für Sie sind die nachfolgenden Leistungen daher nicht relevant.

Wenn Sie studieren und nicht bei ihren Eltern wohnen,  in Ausbildung sind und keinen Anspruch auf Ausbildungsförderung nach dem BAföG haben (zum Beispiel wegen Überschreitens der Förderungshöchstdauer oder der Altersgrenze) oder in Ausbildung  und im Internat untergebracht sind, kommen die folgende Leistungen für Sie in Betracht:

Leistungen für ergänzende Mehrbedarfe

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie zusätzlich zur Ausbildungsförderung (zum Beispiel BAföG-Leistungen) einen Zuschuss für sogenannte Mehrbedarfe beantragen. Dazu zählen:

  • Mehrbedarf für werdende Mütter
  • Mehrbedarf für Alleinerziehende
  • Mehrbedarf für medizinisch notwendige kostenauf-wändige Ernährung
  • Mehrbedarf soweit im Einzelfall ein unabweisbarer, laufender, nicht nur einmaliger besonderer Bedarf besteht (zum Beispiel Kosten zur Wahrnehmung des Umgangsrechts)

Wenn Sie Einkommen haben, das Ihren Regelbedarf und die Kosten für Ihre Unterkunft und Heizung übersteigt, mindert der übersteigende Betrag die Leistung für den Mehrbedarf angerechnet. 

Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt

Wenn Sie schwanger sind oder ein Kind geboren haben, haben Sie Anspruch auf eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für eine Erstausstattung, zum Beispiel für Kleidung oder Möbel. Bedingung ist, dass Sie sich in einer finanziellen Notsituation befinden. 

Härtefalldarlehen

In besonderen Härtefällen können Sie während Ihrer Ausbildung ein Darlehen erhalten. Das ist möglich, wenn außergewöhnliche, schwerwiegende Umstände Ihre Ausbildung gefährden und/oder Sie in eine existenzbedrohende Notsituation geraten.
Ein Härtefalldarlehen können Sie erhalten, wenn Sie kein BAföG erhalten oder Ihre BAföG-Leistungen nicht ausreichen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und Sie nicht in der Lage sind, durch   Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für Abhilfe zu sorgen.
Das zinslose Härtefalldarlehen müssen Sie nach der Ausbildung zurückzahlen.

Härtefallzuschuss

Wenn Sie als Schülerin oder Schüler in einer schulischen Ausbildung keine Ausbildungsförderung erhalten, weil Sie bestimmte Altersgrenzen überschritten haben und ein Härtefall sind, können Sie unter Umständen einen Zuschuss erhalten, wenn dieser für die Eingliederung in das Erwerbsleben zwingend erforderlich ist. Der Zuschuss kann gezahlt werden für

  • Regel- und Mehrbedarfe,
  • Bedarfe für Unterkunft und Heizung,
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Altersgrenze für Ausbildungsförderung liegt in der Regel bei 30 Jahren, weitere Ausnahmen sind möglich.
Studierende können keinen Härtefallzuschuss erhalten, sondern nur ein Härtefalldarlehen.
Hinweis: Die Regelungen für den Härtefallzuschuss laufen aus. Sie können ihn nur noch erhalten, wenn Sie Ihre Ausbildung vor dem 31. Dezember 2020 begonnen haben.

Übergangsdarlehen

Wenn Sie bereits Leistungen der Grundsicherung beziehen und eine Ausbildung beginnen, kann für den ersten Monat ein Übergangsdarlehen gewährt werden. Dieses Darlehen kann Ihnen helfen, eine finanzielle Lücke zu überbrücken, bis Sie Ihre erste Ausbildungsvergütung oder Ausbildungsförderung erhalten. Es verhindert, dass Ihr Ausbildungsstart gefährdet wird. Es wird nur für den ersten Monat der Ausbildung gewährt und am Monatsanfang gezahlt. Die Höhe orientiert sich am Arbeitslosengeld II.
Das zinslose Darlehen müssen Sie nach der Ausbildung zurückzahlen.

Teaser

Wenn Sie sich während Ihrer Ausbildung in einer finanziellen Notsituation befinden, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen ein Darlehen oder einen Zuschuss erhalten.

Verfahrensablauf

Ein Darlehen oder einen Zuschuss müssen Sie schriftlich beantragen: 

  • Erkundigen Sie sich bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Jobcenter über das Antragsverfahren.
  • Dort können Sie das Antragsformular für einen Zuschuss oder ein Darlehen abholen oder sich zuschicken lassen.
  • Füllen Sie das Antragsformular aus.
  • Wenn Sie noch nicht volljährig sind, lassen Sie sich das Formular von einem Erziehungsberichtigten unterschreiben.
  • Schicken Sie das Formular zurück an Ihr Jobcenter.
  • Das Jobcenter prüft Ihren Antrag.
  • Das Jobcenter prüft Ihre Vermögens- und Einkommensverhältnisse.
  • Das Jobcenter trifft eine Entscheidung nach Ermessen und nach Einzelfall. 
    • Härtefallzuschuss: Ob die Voraussetzungen für einen Zuschuss vorliegen, entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft.
  • Sie erhalten einen Bescheid, ob Ihr Antrag bewilligt oder abgelehnt wurde.
  • Wenn Sie ein Darlehen gewährt bekommen, vereinbart das Jobcenter mit Ihnen, wann und wie Sie das Geld zurückzahlen.

Voraussetzungen

Wenn Sie sich zum Beginn oder während Ihrer Ausbildung in einer finanziellen Notsituation befinden, können Sie Leistungen für Auszubildende beantragen. Dabei gilt:

Allgemein

  • Sie haben als Auszubildender oder Auszubildende keinen Anspruch auf Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II und 
  • Sie befinden sich in einer finanziellen Notsituation und
  • Sie können für Ihren Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen.
  • In der Regel können von den genannten Leistungen profitieren:
    • Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen 
    • Studierende, die die Altersgrenze nach § 10 Absatz 3 BAföG erreicht haben
    • Auszubildende in einer beruflichen Ausbildung, die untergebracht sind
      • in einem Internat, 
      • in einem Wohnheim oder
      • bei Ihrem Ausbilder mit Vollverpflegung.

Darlehen allgemein

  • Ohne ein Darlehen würde der Start Ihrer Ausbildung oder dessen erfolgreicher Abschluss aus finanziellen Gründen gefährdet.

Härtefalldarlehen

  • Sie sind nicht in der Lage, durch einen Nebenjob zuzuverdienen, zum Beispiel weil 
    • Sie alleinerziehend sind oder
    • Sie eine Behinderung haben oder
    • Sie einen Angehörigen pflegen oder
    • es Ihr Aufenthaltstitel in Deutschland nicht erlaubt.
  • Sie können als Härtefall eingestuft werden, wenn außergewöhnliche, schwerwiegende und möglichst fremd verschuldete Umstände Ihre Ausbildung gefährden und/oder Sie in eine existenzbedrohende Notsituation geraten.

Härtefallzuschuss 

  • Nur noch für Ausbildungen, die vor dem 31. Dezember 2020 begonnen werden.
  • Sie sind mindestens 30 Jahre alt und können daher altersbedingt kein BAföG mehr erhalten und
  • Sie befinden sich in einer schulischen Ausbildung an einer Berufsfachschule, ohne deren Abschluss Ihre berufliche Eingliederung schwer gefährdet ist 
  • Sie können als Härtefall eingestuft werden, wenn außergewöhnliche, schwerwiegende und möglichst fremd verschuldete Umstände Ihre Ausbildung gefährden und/oder Sie in eine existenzbedrohende Notsituation geraten.

Erforderliche Unterlagen

  • Einkommenserklärung (Anlage zur Feststellung Ihrer Einkommensverhältnisse)
  • Vermögenserklärung (Anlage zur Feststellung Ihrer Vermögensverhältnisse)

Gebühren (Kosten)

Keine

Fristen

Antrag: Beachten Sie, dass Sie den Antrag so schnell wie möglich stellen, wenn Ihnen Ihre finanzielle Not bewusst wird oder sich ankündigt und nicht erst im Nachhinein. 

Bearbeitungsdauer

2 bis 4 Wochen

Anträge / Formulare

Formulare: ja 
Onlineverfahren möglich: nein 
Schriftform erforderlich: ja
Persönliches Erscheinen nötig: ja

Fachlich freigegeben durch

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Fachlich freigegeben am

29.05.2020